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Das Olympus Zuiko 32mm f1.7 ist kein übliches Objektiv, das einfach an Sony E-Mount adaptiert werden kann. Das Objektiv ist in der Olympus PEN EE-D - einer alten Halbformat Sucherkamera - fest verbaut. Warum sollte man also eine alte Sucherkamera auseinander nehmen um ein 49 Jahre altes Objektiv an einer modernen APS-C Kamera einzusetzen?

günstiges Standard Objektiv für Sony APS-C Kameras

32mm ist eine sehr interessante und vielseitige Brennweite am Halbformat oder APS-C Format. Durch den Crop Faktor wirkt es wie ein 48mm und ist damit ein Standard-Objektiv.

Die meisten alten Objektive sind für Vollformat ausgelegt, wo 32mm relativ weitwinkelig ist. Damals war die Technik noch nicht so weit, dass man gute Weitwinkel Objektive mit mit großer Anfangsblende herstellen konnte. Die wenigen guten die es gab (Canon FD 35mm f2, Super Takumar 35mm f2) liegen heute preislich bei 150€ aufwärts.

Zudem sind Objektive für Vollformat ziemlich groß und schwer an der kleinen NEX oder a6000. Das Olympus Zuiko 32mm f1.7 ist für Halbformat entwickelt, was ungefähr der Größe von heutigen APS-C Sensoren entspricht. Da es einen kleineren Bildkreis als Vollformat ausleuchten muss, ist es sehr kompakt und leicht.

Alternativen

Andere Standard-Objektive mit großer Offenblende für APS-C sind das Sony SEL35f18 mit einer sehr guten Bildqualität und Bildstabilisierung und das Zonlai 35mm f1.8. Doch diese kosten auch 300€ respektive 100€.

Eine Olympus Pen EE-D in gutem Zustand kann für ca. 30€ erworben werden und kostet damit nur etwas ein Zehntel des Sony Objektivs. Wenn die Bildqualität auch nur ansatzweise gut ist, wäre das Objektiv ein Preis-Leistungs Hammer.

Um das Olympus Zuiko 32mm f1.7 an der Sony Kamera verwenden zu können, muss es aus der Olympus PEN EED Kamera herausoperiert und auf E-Mount adapiert werden.

Adaption auf Sony E-Mount

Die Adaption auf E-Mount ist denkbar einfach. Der schwierigste Teil ist das Objektiv aus der PEN-EED zu entfernen:

Sobald das Objektiv entfernt ist, benötigt man einen M39 (LTM) zu NEX Adapter, diesen gibt es ab ca. 4€ auf Ebay.

Nun muss der innere Ring des Adapters herausgenommen werden, indem die Madenschrauben auf der Außenseite gelockert werden. Das Objektiv passt perfekt in den M39 Adapter ohne Ring und kann mit den Madenschrauben des Adapters fest geschraubt werden.

Das Objektiv ist nun auf E-Mount adaptiert und kann verwendet werden.

Technische Daten

  • Brennweite: 32mm
  • Bildkreis: 30mm (Half-Frame / APS-C)
  • Blendenumfang: F1.7-22
  • Blendenlamellen: 2
  • Aufbau: ??
  • Mindesteinstellgrenze: 80cm
  • Maße mit Adapter: Ф59mm x 32mm
  • Filterdurchmesser: 43mm
  • Gewicht mit Adapter: 122g
  • Materialien: Multi-Coated Glass / Metall Body

Verarbeitung

Das Objektiv ist mit 59mm x 32mm sehr kompakt für ein lichtstarkes Standard Objektiv. Der Objektiv Body ist komplett aus Metall gefertigt, der Blendenring sitzt wie früher üblich vorne und klickt zwischen f1.7 und f22 in ganzen EV-Stufen.

Der Fokusring sitzt hinten sehr nahe am Adapter, was das fokussieren etwas fummelig macht. Ich würde mir einen Fokus-Tab wünschen, wie er früher bei Messucher-Objetiven oft vorhanden war. Der Fokusring klickt außerdem in drei Positionen: 80cm (Naheinstellgrenze) 1,2m und 3m das macht Streetfotografie einfach: einfach Blende 8 einstellen, und blind am Fokusring bis zum gewünschten Klick drehen.

Optische Leistung

Schärfe

Bei f1.7 etwas weich, abgeblendet auf 2.8 gut. Ich benutze es oft bei f8, wo die Schärfe wirklich ordentlich ist.

f1.7 f2.8 f8

Bokeh

Das Zuiko 32mm hat nur zwei Blendenlamellen, dadurch wird das Bokeh viereckig anstatt rund sobald man die Blende schließt. Es wirkt eher unruhig und merkwürdig, wenn man schönes Bokeh möchte, sollte man das Objektiv auf f1.7 eingestellt lassen.

f1.7 f2.8 f4 f5.6

Flare Resistenz

Vignettierung

Das Objektiv wurde für "Half Frame" gerechnet, leuchtet also die Hälfte von Kleinbild/35mm/Vollformat aus. Das ist ziemlich genau die größe von APS-C, trotzdem Vignettiert es nicht besonders stark.

f1.7 f2.8

Fazit

Pros:

  • Sehr kompakt
  • Schärfe abgeblendet
  • Lichtstärke / Preis / Brennweite

Cons:

  • Viereckige Spitzlichter in den Unschärfebereichen (Bokeh)
  • Schärfe bei f1.7
  • Kontrastverlust bei Gegenlicht

Für den Preis und die Größe macht das Olympus Zuiko 32mm f1.7 einen super Job. Leider muss man es etwas abblenden um die optimale Schärfe zu erreichen - abgeblendet bereitet mir das Bokeh aber etwas Kopfschmerzen. Ich benutze das Objektiv daher nur bei f1.7 für maximale Freistellung oder bei f5.6 oder f8 - dann ist eh alles scharf und das hässliche Bokeh tritt nicht auf. Auch wenn einen das etwas einschränkt bin ich sehr zufrieden mit dem Objektiv. Für unter 50€ bekommt man ein lichstarkes Standard-Objektiv für APS-C - da kann man nun wirklich nicht meckern.

Selbst die günstigste Konkurrenz - das Zonlai 35mm f1.8 oder das Kaxinda 35mm f1.7 kosten mit 80-100€ das doppelte. Und was ich so an Bildern dieser Objektive Online gesehen habe kann das Olympus Zuiko 32mm f1.7 von der Abbildungsleistung locker mithalten (Bokeh mal außen vor gelassen).

Zum SEL-35f18 ist es wohl keine ernsthafte Kompetenz, auch wenn ich dieses noch nicht hatte kann ich sagen, dass es bei Offenblende wesentlich besser abbilden wird. Außerdem hat es Autofokus und OSS und spielt somit in einer ganz anderen Liga. Dafür ist es aber auch 10x so teuer und 3-4x so groß.

31st Jan, 2016
Stephan Wahlen

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