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Von einer Bekannten habe ich ein Vorführmodell von Admira Gitarre geschenkt bekommen. (Eine halbfertig montierte Gitarre, die der Hersteller zur Demonstration der Qualität und Veranschaulichung des Herstellungsprozesses benutzte)
Der Korpus ist bereits vormontiert, die Decke ist lose beigelegt und nur grob zugeschnitten.
Das Griffbrett ist nach dem 10. Bund abgesägt worden, um den Querschnitt desselbigen und des Halses freizulegen.

Die Gitarre an sich ist wunderschön ge- und verarbeitet, dabei wurde hchwertige Materialien verwendet.
Korpus, Hals und Kopf bestehen komplett aus Mahagoni, das Griffbrett aus Palisander und die Decke ist aus einem Mahagoni-Fichte Furnier mit Inlay ums Schallloch.

Customization eines Vorführmodells

Da ein Teil des Halses so in den Korpus hineinstand, dass die Decke nicht glatt auflag, musste ich diesen Teil einsägen und abstemmen.
Als nächstes habe ich den Ausschnitt für den Vorverstärker/Impedanzwandler und Klangregler in die Seite gesägt und das Loch für den kombinierten Gurtpin/Klinkenbuchse gebort.

Ich habe die Decke passend zugesägt und die Decke aufgeleimt. Da der Korpus aber unten sowohl rund als auch Schräg ist, gestaltete sich das gleichmäßige andrücken der Decke als schwieriger als erwartet.

Ich habe die Gitarre dann - auf Schaumstoff gepolstert - auf den Rücken gelegt und die Decke dann gleichmäßig angepresst.
Nachdem alles getrocknet war, konnten die Gewichte runter und ich habe ca. 3 Stunden die Ränder weggedremelt und geschliffen. Dann habe ich noch die Decke und den Rücken, die jeweils lackiert, verschmutzt und leicht zerkratzt waren abgeschliffen.

Ich habe vorhin mit meinem Vater auf der Fräse die Bundschlitze in das Griffbrett gesägt (nach dem Motto zwei Augen sehen mehr als eins).
Von wegen - uns ist beiden dadurch gegangen, dass ein Bundschlitz 2mm daneben lag.
Jetzt ist das ansonsten komplett fertige Griffbrett entstellt:

Griffbrett mit Fehlnut:

Morgen geh ich in der Schreinerei fragen, ob sie passende Reststücke haben, um ein neues Griffbrett anzufertigen. Wenigstens konnte ich ausprobieren, wie das Holz geölt aussieht.

In der Schreinerei wollte man mir nichts aus der Restekiste überlassen, also musste ich auf das Holz zurückgreifen, was schon vorhanden war.
Das Anpassen des Griffbrettes erwies sich als gar nicht so leicht. Die besondere Schwierigkeit daran ist, dass - abgesehen von der Oberfläche - keine Seite rechtwinklig ist, weil der Hals in sich gekrümmt ist und schräg an den Korpus angesetzt ist. Außerdem steht er ca. 2mm höher als die Decke.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das neue Griffbrett ist fertig.

Das Griffbrett ist abgeschliffen und mit Bünden versehen. (Der letzte Bund wird erst eingepresst, wenn das Griffbrettstück eingeleimt ist)

Über Nacht habe ich das Griffbrett aufgeleimt und heute Morgen abgeschliffen und mit dem letzten Bunddraht komplettiert.
(Der Steg auf den Bildern liegt nur zur Deko dort und ist noch nicht befestigt)

Leider haben sich bei der Positionierung des Stegs Probleme Ergeben. Um eine halbwegs vernünftige Seitenlage zu erreichen müsste der Steg ca. 7mm höher liegen.
Das liegt daran, dass der Hals schief eingeleimt ist - an dieser Gitarre ist einfach nichts gerade...
Ich habe das zur Veranschaulichung mal in Photoshop illustriert:

Der hals ist schräg eingeleimt:

Die Einzige Lösung, die mir einfiel, war den Steg um 7mm aufzubocken, so ganz damit angefreunden konnte ich mich zuerst nicht.
Letztendlich habe ich es doch so gemacht, da es keine Alternative gab und ich muss sagen: Obwohl ich zuerst befürchtet hatte, dass es unelegant wirkt bin ich sehr zufrieden. Es passt sogar sehr gut, da wie bei Korpus, Hals und Griffbrett Mahagoni verwendet wurde.

Anpressen des Steges

Nach Tests mit verschiedenen Lacken, Ölen und Wachsen habe ich mich dazu entschieden, die Holzöberfläche mit Leinölfirnis zu behandeln.
Es ist ein natürliches Produkt, das dem Holz einen schönen Glanz verleiht, die Maserung und Tönung hervorhebt und die Oberfläche gegenüber Schmutz und Feuchtigkeit verschließt.
Hier ein paar Bilder, die nach dem ersten Ölauftrag entstanden sind.

An den obligatorischen Stellen habe ich mit einem Senker Vertiefungen in den Hals gebohrt und mit jeweils einem Tropfen beigen Lackes aufgefüllt.

28th Feb, 2012
Stephan Wahlen

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